Fachkräfte

Ein Kind oder ein/e Jugendliche/r hat Ihnen von sexualisierten Übergriffen berichtet

Betroffene brauchen durchschnittlich bis zu 7 Anläufe, bis sie jemanden gefunden haben, dem sie vertrauen und dem gegenüber sie sich öffnen können. Ihnen ist es also bereits durch Ihr Verhalten/Ihr Auftreten gelungen, dass das Kind bzw. der/die Jugendliche großes Vertrauen in Sie hat!

Was können Sie tun, wenn sich ein Kind öffnet?
Für das Kind verändert sich bereits durch Ihr Gespräch viel,
  • Ruhe bewahren.
  • Dem Kind zeigen, dass Sie ihm glauben!
  • Das Kind trösten und loben, dass es sich geöffnet hat.
  • Die Tür zum Gespräch offen halten, aber nicht nachbohren.
  • Das Kind ernst nehmen und NICHT sagen: „Das war doch nicht so schlimm.“
  • Bekräftigen, dass es unrecht war, was der Täter/die Täterin  gemacht hat.
  • Falls der Vorfall schon länger zurückliegt: „Ich bin froh, dass du es mir erzählst.“ (Keine Vorwürfe, warum erst jetzt!!)
  • Kind informieren, wenn sie jemanden einweihen müssen.
  • BERATUNGSSTELLE ANRUFEN, um in Ruhe zu überlegen, welche Schritte jetzt die richtigen sind, um das Kind zu schützen und zu unterstützen.
  • Weil es erfährt, dass es jemandem wichtig ist.
  • Weil es erfährt, ernst genommen zu werden.
  • Weil es erfährt, dass ihm geglaubt wird.
  • Weil es erfährt, dass es nicht das einzige Kind ist, dem das passiert.
  • Weil es erfährt, dass die Verantwortung allein beim Täter liegt.
  • Weil es erfährt, dass es nicht mehr ganz alleine dasteht.
  • Weil es erfährt, dass nicht das Kind falsch oder verrückt ist, sondern die Situation, die es gerade erlebt.
Regine Gelsdorf
„Betroffene, die sexualisierte Gewalt erlebt haben, brauchen einen Ort, an dem sie darüber sprechen können und an dem ihnen geglaubt wird. Niemand soll damit allein sein müssen. Ich höre zu und unterstütze beim Schutz. Dies gibt meiner Arbeit großen Sinn.“
Michaela Dressler
„Im tiefsten Winter habe ich endlich erfahren, dass ein unbesiegbarer Sommer in mir lebt.“
von Albert Camus